Wie erkenne ich schlechte Inhaltsstoffe auf der Verpackung? - SoapGuys

Wie erkenne ich schlechte Inhaltsstoffe auf der Verpackung?

Wer im Drogeriemarkt ein Duschgel in die Hand nimmt und die Rückseite liest, sieht sich oft einer langen Liste unaussprechlicher Begriffe gegenüber. Was davon ist unbedenklich, was sollte man lieber meiden? Ein paar Grundkenntnisse reichen aus um die wichtigsten Warnsignale zu erkennen.

Was steht überhaupt auf der Verpackung?

Kosmetikprodukte müssen in der EU ihre Inhaltsstoffe in der sogenannten INCI-Liste angeben, kurz für International Nomenclature of Cosmetic Ingredients. Die Reihenfolge ist nicht zufällig: Was zuerst steht ist am meisten enthalten. Wasser steht bei Cremes und Duschgels fast immer an erster Stelle, dahinter folgen die Stoffe in absteigender Menge.

Das ist wichtig zu wissen weil manche Hersteller mit Begriffen wie "mit Arganöl" werben, das Öl in der INCI aber ganz am Ende steht und damit kaum vorhanden ist.

Welche Begriffe sollte man kennen?

Einige Inhaltsstoffe tauchen in konventionellen Produkten sehr häufig auf und werden von vielen Menschen bewusst gemieden:

Sulfate wie Sodium Lauryl Sulfate (SLS) oder Sodium Laureth Sulfate (SLES) sind aggressive Tenside die die Haut austrocknen können. Sie erzeugen den starken Schaum den viele mit Sauberkeit gleichsetzen, obwohl er für die Reinigungswirkung nicht notwendig ist.

Parabene wie Methylparaben, Ethylparaben oder Butylparaben sind Konservierungsmittel die seit Jahren in der Diskussion stehen weil sie sich im Körper ähnlich wie Östrogen verhalten können. Ob das in den üblichen Mengen ein Problem darstellt ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt, viele Menschen entscheiden sich trotzdem dagegen.

Silikone erkennt man an Endungen wie -cone, -conol oder -siloxane. Dimethicone oder Cyclopentasiloxane sind typische Vertreter. Sie legen sich als Film über Haut und Haare, sind biologisch kaum abbaubar und können langfristig Poren verstopfen.

PEG-Verbindungen, erkennbar am Kürzel PEG gefolgt von einer Zahl, machen die Haut durchlässiger und können damit auch die Aufnahme anderer Stoffe erleichtern. Wer empfindliche Haut hat sollte das im Hinterkopf behalten.

Wie lese ich die INCI richtig?

Ein einfacher Trick: Wer die hinteren zehn Prozent der Liste überspringt, sieht was wirklich in großen Mengen enthalten ist. Konservierungsmittel, Parfüm und Wirkstoffe stehen meist ganz am Ende weil sie nur in kleinen Mengen eingesetzt werden.

Parfum oder Fragrance als Sammelbegriff kann Hunderte verschiedene Einzelstoffe verbergen, darunter potenzielle Allergene. Wer auf Duftstoffe reagiert sollte nach Produkten suchen die entweder parfümfrei sind oder offen kommunizieren was sich hinter dem Begriff verbirgt. Denn "Parfum" auf der Verpackung sagt erstmal nichts darüber aus ob synthetische oder naturidentische Duftstoffe verwendet werden. Ein gutes Zeichen ist wenn eine Marke das transparent macht, zum Beispiel in einem kleinen Hinweis unter der Zutatenliste, in den FAQ oder an anderer Stelle auf der Website. So lässt sich besser einschätzen womit man es wirklich zu tun hat.

Was bedeutet das für handgemachte Naturseife?

Bei handgemachten Naturseifen fällt die Zutatenliste deutlich kürzer aus. Olivenöl, Kokosöl, Sonnenblumenöl, Wasser und Natronlauge, die im Endprodukt vollständig verseift ist, bilden die Basis. Was nicht draufsteht ist genauso aussagekräftig wie was draufsteht: Kein SLS, keine Silikone, keine Parabene.

Das macht das Lesen der Verpackung erheblich einfacher, und das Produkt selbst oft bekömmlicher für die Haut.

Fazit

Die INCI-Liste ist weniger kompliziert als sie auf den ersten Blick aussieht. Wer weiß wonach er sucht, erkennt schnell ob ein Produkt hält was es verspricht. Die wichtigsten Signalwörter sind Sulfate, Parabene, Silikone und PEG-Verbindungen. Wer diese konsequent meidet greift zwangsläufig öfter zu natürlicheren Alternativen.

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